Palliativmedizin

Was ist Palliativmedizin?

Palliativmedizin umhüllt und schützt den Patienten (lat. pallium = Mantel). In der palliativmedizinischen Versorgung soll eine möglichst hohe Funktionsfähigkeit und Lebenszufriedenheit des Patienten erhalten werden, wenn keine Heilung mehr möglich ist. Das Konzept wurde ursprünglich für Patienten mit Tumorerkrankungen entwickelt, gilt aber auch für jede andere Erkrankung, die progredient und irreversibel zum Tode führt.
Die Palliativmedizin bejaht das Leben und sieht das Sterben als einen normalen Prozess an. Sie will den Tod weder beschleunigen noch hinauszögern, sondern stellt die Linderung von Schmerzen und anderen Beschwerden in den Vordergrund, integriert die psychischen und spirituellen Bedürfnisse und bietet ein System der Unterstützung an, damit das Leben der Patienten bis zum Tod so aktiv wie möglich sein kann. Die Palliativmedizin bietet der Familie während der Erkrankung des Patienten und in der Trauerphase Unterstützung an.

Einen wesentlichen Teil der Palliativmedizin stellt die Behandlung von belastenden Symptomen dar. Mit Fortschreiten der Erkrankung leiden die meisten Tumorpatienten unter Symptomen des Tumors und Nebenwirkungen der Therapie. Der nachlassende Allgemeinzustand ist für viele Patienten mit Müdigkeit und Schwäche verbunden, zusätzlich treten häufig Übelkeit und Erbrechen, Obstipation, Luftnot und Schluckstörungen auf. Die psychosoziale Belastung durch das Wissen um die Erkrankung und die Prognose führt zu Angst, Unruhe und Depressionen. Diese Symptome können behandelt und so die Lebensqualität des Patienten wieder deutlich verbessert werden. Neben der Symptomkontrolle dürfen die spirituellen und sozialen Bedürfnisse der Patienten nicht vernachlässigt werden.

  • Kommunikation mit dem Patienten und den Angehörigen
  • Symptomkontrolle
  • Umgang mit psychischen Belastungen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen
  • Umgang mit ethischen Problemen
  • Behandlung in der letzten Lebensphase
  • Trauerbegleitung

Wann beginnt Palliativmedizin?

Nach den genannten Definitionen muss sich Palliativmedizin nicht auf die letzte Lebensphase, die Terminalphase, beschränken. Viele Grundsätze der Palliativmedizin können bereits in frühen Krankheitsstadien angewandt werden, z. B. zusammen mit der kausalen Tumortherapie. Palliativmedizin kann schon in frühen Phasen der Erkrankung zur Linderung spezifischer Probleme und zur Krisenintervention erforderlich werden.

Behandlung in der letzten Lebensphase

In der Finalphase erhält die Symptomkontrolle ein besonderes Gewicht. Mit nachlassenden Organfunktionen müssen die Dosierungen der symptomatischen Medikation ggf. verringert werden, bei anderen Patienten führen Exazerbationen von Schmerzen oder anderen Symptomen dazu, dass die Dosierungen erhöht werden müssen. Wiederholte kurzfristige Überprüfungen der Medikation und die schnelle Anpassung der Dosierungen sind in dieser Phase bei der Mehrzahl der Patienten notwendig.
Zur Behandlung häufiger und quälender Symptome in der Finalphase hat sich die Verordnung einer Bedarfsmedikation mit Morphin gegen Schmerzen, Butylscopolamin subkutan gegen Rasselatmung, sowie Lorazepam sublingual gegen Luftnot und Angst bewährt.
Neben der Symptomkontrolle dürfen auch in der Finalphase die spirituellen und psychosozialen Bedürfnisse des Patienten und seiner Angehörigen nicht vernachlässigt werden.

Bei allen fragen zum Thema Palliativmedizin wenden Sie sich bitte an unser Praxisteam!